Trotz Wetterkapriolen beste Stimmung in Vagen
Dorfgemeinschaft begeht Traditionsfest zum 41. Mal
Die Vagener Dorfgemeinschaft hat einmal mehr bewiesen, dass sie sich auch von heftigen Regenschauern die gute Laune nicht verderben lässt. Zwei Tage lang wurde gefeiert, musiziert, gelacht und miteinander geratscht – mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt und einer Stimmung, wie sie zu einem gelungenen Dorffest einfach dazugehört. Zwei Tage - wenn man die Tage des Aufbaus nicht mit dazu rechnet. Der stille Beobachter glaubt nämlich zu erkennen, dass dies für zahlreiche Aktive im örtlichen Vereinsleben bereits Teil der Veranstaltung ist.
Die erste Attraktion des Wochenendes bildete ab 11 Uhr ein Wettbewerb des Hufeisenclubs Vagen, bei dem sich 15 Mannschaften aus Bayern und Österreich in Geschicklichkeit und Zielgenauigkeit messen konnten. Den eigentlichen Auftakt am Dorffestplatz machte dann ab 16 Uhr die Kathl-Reim-Blosn, die mit ihrer Tanzlmusi-Besetzung für den passenden musikalischen Rahmen sorgte. Gegen 18 Uhr richteten sich viele Blicke sorgenvoll zum Himmel. Ein kräftiges Unwetter entlud sich kurz und heftig. Doch Petrus hatte schließlich ein Einsehen: Nach kurzer Ungewissheit konnte der Festabend wie geplant fortgesetzt werden.
Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der Dirndl- und Plattlerjugend. Mit viel Schwung und sichtbarer Freude zeigten die jungen Trachtler ihr Können. Laubentanz, Sternpolka und Mühlradl wurden vom Publikum mit viel Applaus belohnt und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das Brauchtum in Vagen gepflegt wird. Für die musikalische Unterhaltung des ersten Festtages sorgte die Formation „Mangfall-Blech“ um den langjährigen ersten Trompeter der Vagener Musi, Michael Mayer, das mit bayerisch-böhmischer Blasmusik den Abend abrundete.
Der Sonntag präsentierte sich dann von seiner schönsten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen füllte sich der Bereich entlang der umfunktionierten „Dorffeststraße“ rund um Boschn- und Feuerwehrhaus bereits am Vormittag, als die Vagener Musi ab 10 Uhr zum Frühschoppen aufspielte.
Ein eindrucksvolles Bild boten anschließend die insgesamt 136 Böllerschützen, die sich wie jedes Jahr am Dorffestsonntag zum Treffen einfanden. Nachdem sie von der Musi zur Schäfflerwiese gespielt wurden, ließen sie mit ihrem Salut den Boden erzittern.
Auch die jüngsten Mitglieder der Vagener Trachtler durften ihr Können zeigen. Die Kindergruppe begeisterte mit ihrem Auftritt das Publikum und bewies, dass der Trachtennachwuchs mit viel Freude und Engagement bei der Sache ist. Mit Auftanz, Bauernmadl und Siebenschritt führten die Dirndln und Buam dem Publikum vor, was sie in zahlreichen Proben eingeübt hatten. Überhaupt kamen die kleinen Besucher beim Dorffest voll auf ihre Kosten. Beim Kinderprogramm war vor allem das Kinderschminken heiß begehrt. Aber auch mit einer Hüpfburg, Tischhockey, Jakkolo, Riesen-Jenga und diversen anderen Spielen konnten die Betreuenden des Obst- und Gartenbauvereins beim Dorffest-Nachwuchs punkten. Ziemlich angesagt waren auch die Fahrten mit den beiden Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr. Zum Teil mussten Kinder in den langen Warteschlangen von den Feuerwehrlern getröstet werden, weil sie erst bei der nächsten Fuhre mitgenommen werden konnten. Ihre Treffsicherheit konnten von Jung bis Alt alle Besucher beim Luftgewehrschießen des Schützenvereins und dem Maßkrugschieben der Faschingsgilde unter Beweis stellen.
Wer nach all den Aktivitäten eine Stärkung brauchte, wurde von den Mitgliedern von Faschingsgilde, Sportverein und Trachtenverein mit Steckerlfisch, Grillfleisch, Rollbraten, Brotzeiten und vegetarischen Spezialitäten versorgt. Am reichhaltig bestückten Kuchenbuffet der Damen der Sparte WSV war für jeden Geschmack etwas dabei. Herzhaften Speck und Käse sowie edle Tropfen gab’s am Feuerwehrhaus, genauso wie frisch gezapftes Bier vom Auerbräu. Hoch im Kurs stand außerdem die umlagerte Weißbier- und Aperolbar der Burschen und der Faschingsgilde. Und für alkoholfreie Erfrischungen sorgte der Hufeisenclub.
Sportlich ging es dann beim „Wiagsogschneidn“ zu. Insgesamt acht Mannschaften traten gegeneinander an und lieferten sich einen engagierten Wettbewerb – unter den Argusaugen des Schiedsrichtergespanns Matthias Danner und Franz Baumann junior und der humorvollen Moderation von Georg Zistl. Sieger der Herzen war auf alle Fälle das Team „Hallodri“. Mit gerade mal 11 Jahren waren der Vagener Mathias Eham und sein Cousin Michi Maier aus Kleinhartpenning natürlich das jüngste Team und mussten leidlich erfahren, dass das Durchtrennen einer Scheibe mit mehr als 30 Zentimetern Durchmesser mittels einer flexiblen Säge eine Menge Zugtechnik und „Irxnschmoiz“ benötigt. Aber sie bedienten das Werkzeug sehr geschickt und bewiesen Durchhaltevermögen und so fiel schließlich die Holzscheibe unter dem frenetischen Jubel des Publikums zu Boden.
Den musikalischen Schlusspunkt setzte am Sonntagabend die Vonga Vierer Blosn. Mit ihrer unterhaltsamen Mischung aus traditioneller und moderner Blasmusik sorgte sie noch einmal für beste Stimmung und einen gelungenen Abschluss eines rundum erfolgreichen Festwochenendes.
Einen besonderen Moment gab es schließlich noch zum Ende des Dorffestes. Hans Zistl wurde nach vielen Jahren als Dorffestkassier verabschiedet. Mit großem Engagement, höchster Verlässlichkeit und unzähligen ehrenamtlichen Stunden hatte er über lange Zeit hinweg dafür gesorgt, dass sowohl vor, als auch hinter den Kulissen alles reibungslos funktionierte. Dafür erhielt er den herzlichen Dank von Dorffestchef Franz Köll senior und seinem Stellvertreter Martin Zistl.
So bleibt das Vagener Dorffest 2026 als ein Wochenende in Erinnerung, das trotz kurzer, heftiger Wetterkapriolen vor allem von guter Stimmung, gelebter Gemeinschaft und viel gemeinnützigem Einsatz geprägt war – ganz so, wie es sich die Dorfvereine wünschen.
Text: Markus Steiner
Fotos: Georg Meixner (siehe Fotos 1), Markus Steiner (siehe Fotos 2)
Impressionen vom Dorffest
Fotos 1
Fotos 2
