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32. Vagener Schlossserenade ein rundum gelungener Abend

220727 Serenade 001aVier lange Jahre mussten sich die Freunde der Vagener Schlossserenade gedulden, bis dieses weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Event wieder stattfinden konnte. Ihre Geduld wurde aber reichlich belohnt. Bereits zwei Stunden vor Beginn begann sich der Schlosspark der Familie von Aretin, den die Aktiven der Vagener Musi bestens mit Stühlen und Bänken ausgestattet hatten, mit Zuhörern zu füllen. Viele langjährige Anhänger, insbesondere Familien, machten es sich auf mitgebrachten Stühlen, Liegen und Decken auf dem Schlossrasen bequem. Wer sich nicht selbst mit Prosecco, Wein und anderen mitgebrachten Leckereien versorgt hatte, konnte sich an Verkostungsständen des Vagener Frauenbundes versorgen, um den Abend wirklich in vollen Zügen zu genießen. Der Gewinn des Verkaufs geht in diesem Jahr an das Familienpflegewerk.

Siamak Golshani konnte in monatelanger, aufwändiger Organisation wieder engagierte Mitwirkende finden. Und die Suche hat sich gelohnt, stellte er doch ein Programm zusammen, das so vielfältig wie anspruchsvoll war.
Mit dem Marsch „Die Regimentstochter“ von Gaetano Donizetti eröffnete die Musikkapelle Vagen den Abend, gefolgt vom Schlierseer Alpenchor um den Chorleiter Timm Tzschachel mit dem alten bayerischen Jagdlied „Was war’s denn ums Leb’n ohne Jagen“. Neu in der Gruppe der Serenadenkünstler war die Formation „Anheizholz“, allesamt studierte Musiker, die mit Gesang, Blockflöte, Gitarre und Geige eigene Arrangements von schottischer Musik des 19. Jahrhunderts, Englischem country dance und höfischer Tanzmusik darboten. Mit dem Skye Boat Song von Sir Harold Boulton und Anne Campbelle MacLeod spielten und sangen sie sich sofort in die Herzen des Publikums. Die Mittenkirchener Bläser, welche nicht dem gleichnamigen Vagener Nachbarort entstammen sondern aus der Gegend um Fentbach kommen, stimmten die ruhige „Thennengauer Weis“ an. Das Vokalensemble Chorkreis St. Quirinius Fürstätt schloss sich mit „Frag mi ned“ von Lorenz Maierhofer den vorhergehenden ruhigen Tönen an.

Den zweiten Liederblock begannen wiederum die Vagener Musikanten um Jürgen Schubert mit der „Fanfare and Flourishes“ von James Curnow, die dem Charpentierschen „Te Deum“ nachempfunden ist. Gefühlvoll intoniert ließen die Männer des Schlierseer Alpenchors darauf „‘s schee Tal“ folgen. Mit „Parson’s Farewell“ von John Playford zeichneten die drei Mitglieder von Anheizholz ein musikalisches Abbild der höfischen Tänze der Renaissance.
Wie kurz zuvor der Fürstätter Chor gaben nun die Mittenkirchener Bläser ein Stück von Lorenz Mairhofer, „Der Verliabte“, zum Besten, worauf die Fürstätter „Kein schöner Land in dieser Zeit“ folgen ließen.

Zur Mitte der Serenade überraschte Siamak Golshani die Zuhörer und besonders Franz Köll sen., der kürzlich das Amt des ersten Vorstands der Musikkapelle Vagen e.V. nach 33 Jahren an seinen Sohn weitergab, mit der Verleihung der Ehrenvorstandswürde. Golshani überreichte ihm im Namen der Musikkapelle nebst Urkunde auch ein Geschenk, das er zusammen mit seiner Irmi, die er stets als starke Kraft hinter sich wissen durfte, genießen soll.

Siamak Golshani widmete den beiden darauf den „Vagener Jubiläumsmarsch“. Dieser von Domkapellmeister Max Eham eigens für die Vagener Musi komponierte Marsch bildet seit Jahrzehnten als Zugabe den krönenden Abschluss eines jeden Frühjahrskonzertes. Mit dem allseits bekannten Stück „Moonriver“ von Henry Mancini ließ der Fürstätter Chorkreis danach ein bisschen Hollywood-Flair in die fortgeschrittene Abendstimmung mit einfließen.

„Dem Himmel sei Dank“, gespielt von den Mittenkirchener Bläsern, hätte man sicher für den trotz starker Bewölkung ausbleibenden Regen sagen können. Auf die beruhigende Weise „Is scho still umman See“ des Schlierseer Alpenchors stimmte die Anheizholz Musik sanft und melancholisch eine Passacaglia an.

In einem letzten Turnus boten der Männerchor das „Schlierseer Lied“, die Mittenkirchener Bläser die „Magdalena Weis“, die Anheizholz Musik das Irish Traditional „Star oft the County down“ und der Chorkreis St. Quirinius „in einem kühlen Grunde“ dar, bevor die Musikkapelle das Programm mit dem Konzertmarsch „Sympatria“ beschloss.

Bevor die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus eine Zugabe einfordern konnten, sollte noch über die Verwendung der Spenden vorausgegangener Schlossserenaden berichtet werden. So war der Erlös vergangener Veranstaltungen bei den „Privaten Schulen Oberaudorf Inntal“ sehr gut investiert. Diese Institution wird vom humanistischen Menschenbild geleitet, jedes Kind als wertvollen Menschen zu betrachten, dessen Fähigkeiten es zu stärken gilt. Besonders berührt hatte Golshani, dass an diesem Abend der junge Maxi Kaffl im Publikum saß, der trotz seiner Behinderung erst kürzlich mittels Sprachcomputer den Qualifizierenden Hauptschulabschluss mit der Bestnote 1,0 bestanden hatte und sich nun zum Ziel setzt, die Mittlere Reife zu erlangen, um dann im elterlichen Betrieb eine Lehre zum Bürokaufmann zu absolvieren.

Ein Teil des diesjährigen Erlöses wird dem Projekt „Omnibus“ zu Gute kommen, welches den Eltern schwerkranker Kinder Unterstützung in der schwierigen Zeit eines Klinikaufenthaltes bietet. Damit verabschiedeten die Künstler der diesjährigen Schlossserenade Ihre Besucher mit einer herzlichen Einladung zur nächsten musikalische Soirée im kommenden Jahr.

 

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