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Aufrüsten, um nicht unterzugehen

Sturzflutmanagement soll Vagen vor Hochwasser schützen – Aktionsgruppe gegründet

VON SILVIA MISCHI

211111 Hochwasserschutz 1Feldkirchen-Westerham – Die Wassermassen und wie sie sich am 26. Juli ihren Weg über die Ufer und Felder hinweg gebahnt haben, sind den Vagenern noch lebendig in Erinnerung. Aufgrund des Starkregens wurde auf Anregung von Georg Meixner, Gemeinderat der Ortsliste Vagen, eine Arbeitsgruppe zum Thema Hochwasserschutz bei Starkregenereignissen gegründet. Ziel: Überflutungen und Schäden im Ortsteil und entlang des Goldbachs abwenden.

Zahlreiche Gespräche und Begehungen
Mit Vertretern der Gemeinde, Gemeinderäten, Ortsbeirat, aus der Vorstandschaft der Elektrizitäts & Wasserversorgungsgenossenschaft Vagen eG (EWG) sowie betroffenen Anwohnern gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche Gesprächsrunden. „Dabei wurde konstruktiv eine Bestandsaufnahme der Ursachen und Folgen des Starkregens gemacht“, so Meixner gegenüber unserer Zeitung. Drängende Fragen sind dabei: „Wo kommt das Wasser her? Wie kann man weitere Schäden und Überflutungen vermeiden? Wo kann man die Situation verbessern“, schlüsselt der Sprecher der Aktionsgruppe auf.

Wildwasserverbauung und Bachauskehr
Hauptthemen waren die Wildwasserverbauung, der Goldbach und die Bachauskehr. Hierzu wurden Begehungen mit der Gemeinde, des Wasserwirtschaftsamtes sowie des Landratsamtes absolviert. Außerdem wurden und werden Zuständigkeiten geklärt und vereinbart. Mehrfach wurden zudem mit Vertretern der Institutionen auch schon Begehungen durchgeführt. Im Gemeinderat hat die Ortsliste Vagen zusammen mit der CSU-Fraktion einen Antrag gestellt, die Förderfähigkeit für ein „Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ prüfen zu lassen und gegebenenfalls diese Gefährdungsermittlung – auch ohne Zuschuss durch ein Ingenieurbüro durchführen zu lassen. „Hier hat der Gemeinderat bereits ein Votum für ein sogenanntes Sturzflutmanagement getroffen“, freut sich Meixner. Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt Kommunen bei dem Konzept und bei der Ermittlung von Gefahren. Es werden lokale Schutzziele definiert und spezifische Maßnahmen aufgezeigt. Versammlungen mit weiteren Anliegern und Organisationen sind in Planung. Die Aufnahme in das Programm wird nun geprüft. „Aber selbst wenn wir nicht partizipieren können, wird ein Ingenieurbüro mit beauftragt werden. Dann übernimmt die Gemeinde die Kosten“, erklärt der Gemeinderat die Entscheidung „seines“ Gremiums. Konkret geht es im Förderprogramm darum, dass der Freistaat kleinere Kommunen bei der Planung von Hochwasserschutz unterstützt.

Analyse und Risikobeurteilung
Neu an dem Programm ist, dass nicht nur Kommunen mit Gewässern in der Nähe von der Förderung profitieren können, sondern auch solche, die von sogenanntem wild abfließendem Wasser“ betroffen sind. „Genau das ist das Problem“, weiß Meixner. Herauszufinden, wie dieses in den Griff zu bekommen ist, dazu ist eine umfangreiche und kostenintensive Untersuchung nötig. „Dabei sollen unter anderem eine Bestandsanalyse und eine Gefahren- und Risikobeurteilung erfolgen“, so Meixner. Dabei stellen sich die Planer etwa die Fragen, welche Folgen ein Hochwasser haben kann, und welche davon man unbedingt verhindern sollte. „Daraus werden dann Maßnahmen abgeleitet, wie dies zu erreichen ist, dies nenne sich dann ,Integrale Strategie zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement‘“, schildert Meixner.

75 Prozent der Kosten werden gefördert
Wie teuer eine solche Strategie ausfällt, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Dafür stehe zumindest die Fördersumme bereits fest: Maximal bekommen Kommunen 75 Prozent der Kosten, aber höchstens 150000 Euro. Erste Maßnahmen zum Schutzbam Kotbach wurden bereits in die Wege geleitet. Es läuft hier ein Wasserrechtsverfahren.

211111 Hochwasserschutz 2

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Quelle: OVB-Online, Foto: Meixner, RE

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