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FFW: Ein Einblick in die Chronik unserer Feuerwehr

200628 FFW01a150 Jahre im Dienst des Nächsten

Eine besondere Jubiläumsfeier sollte es Anfang Mai zum 150jährigen Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) werden, doch die Corona-Krise durchkreuzte auch die Festplanungen der Vagener Kameraden (wir berichteten).

Georg Meixner, neuamtierender Feuerwehrreferent der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und Ehrenmitglied der Vagener Wehr, hatte sich bereits im Vorfeld der geplanten Feierlichkeiten mit Chronik und Archiv-Bildermaterial beschäftigt und gewährte der Redaktion jüngst einen Einblick in die Aufzeichnungen der Vagener Feuerwehr.

Gegründet im Jahre 1870 blicken die Vagener auf eine beachtliche Geschichte zurück. Um das Hab und Gut vor Feuer und Wasser zu schützen, traten in damaliger Zeit zahlreiche Einwohner aus der Ortschaft und der näheren Umgebung der Feuerwehr bei. Das Mindestalter für die Aufnahme war auf das 18. Lebensjahr festgelegt, doch durften auch schon „jüngere Männer, die das 16. Lebensjahr überschritten, an einfachen Übungen und mit ausdrücklicher Bewilligung ihre Eltern teilnehmen“.

Am 1. August 1872 wurden erstmals "Statuten und Dienstvorschriften" erlassen, welche „den Zweck der Freiwilligen Feuerwehr als eine geordnete Hilfe bei Feuersgefahr, die Rettung von Menschen und Eigentum, sowie das Löschgeschäft zu besorgen" darstellte. Die Mitglieder der Feuerwehr hatten "fortwährend derart in Bereitschaft zu sein, dass sie sich auf das erste Feuersignal dem Verein zur Verfügung stellen können". Außerdem besagten die Dienstvorschriften, „ohne Abzeichen und Ausrüstung dürfe kein Mitglied am Brandplatze erscheinen“. In der Chronik heißt es hinsichtlich der damalig geltenden Vorschriften weiter, dass „die Mannschaft nur mit mäßiger Schnelle zur Brandstätte zu eilen hat, um daselbst angekommen, sogleich zur Dienstleistung befähigt zu sein. Jedes Feuerwehrmitglied ist verpflichtet, bei eingetretenem Feuerlärme sich im Feuerwehrhause einzufinden und sich durch Reden Entgegenkommender, der Brand sei gelöscht, oder es sei keine weitere Hilfe mehr notwendig, sowie selbst durch Aufhören des allgemeinen Feuerlärms, hiervon nicht abhalten zu lassen. Anordnungen von Seiten Unberufener ist durchaus keine Folge zu leisten".

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Es galten also damals schon strenge Reglementarien, sicherlich auch, um das Leben der Kameraden im Einsatz nicht unnötig aufs Spiel zu setzen.

Im Jahre 1934 wurde dann von den damaligen Machthabern die Institution des Vorstandes aufgehoben, „weil die Feuerwehr kein Verein mehr, sondern eine `Wehrorganisation` geworden war. 1935 wurde die Feuerwehr Vagen mit einer Motorspritze ausgerüstet. Diese löste die bis dahin in Gebrauch befindliche Handspritze ab, die nur mit Pferden bespannt werden konnte. Zu diesem Zweck wurden jeweils für ein Jahr im Voraus zwei Pferdebesitzer des Dorfes eingeteilt. Diese mussten an ihrem Wohnhaus eine Tafel mit der Aufschrift "Spritzenfahrdienst" angebracht haben.

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Im Jahr darauf verlangte das Feuerlöschgesetz, dass sich die drei Ortsfeuerwehren der Gemeinde in "Feuerwehr Vagen" umbenennen müssen und aus den drei Löschzügen Vagen, Feldolling und Westerham bestehe. Im gleichen Jahr konnte in Gemeinschaftsarbeit der Angehörigen der Feuerwehr und mit der Kommune im sogenannten „Boschn-Anwesen“ – dem heutigen „Boschnhaus“ - ein Feuerwehrgeräteraum ausgebaut werden.

In den Jahren 1943 und 1944 musste die Vagener Feuerwehr laut Chronikaufzeichnungen mehrmals zu Löscheinsätzen nach Bombenangriffen in die Landeshauptstadt München ausrücken. Fortan stand die Vagener Feuerwehr als Brandschutz für das Leitzach-Kraftwerk der Stadt München in Bereitschaft.

Während des zweiten Weltkriegs wurden auch junge Frauen und Mädchen im Brandschutz ausgebildet und in Lösch- und Hydranten-Mannschaften für den Ernstfall eingeteilt. Den beiden Weltkriegen ist es geschuldet, dass auch zahlreiche Angehörige der Feuerwehr als Soldaten ihr Leben lassen mussten.

In den folgenden Jahren erfuhr die FFW Vagen eine stete Aufwärtsentwicklung in Mitgliederzahl und Ausbildungsstand, auch dank der Unterstützung der Gemeinde Vagen und der jetzigen Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Im Jahr 1963 wurde ein Ford-Kombi für eine sechs Mann-Besatzung und einer Tragkraftspritze Metz TS 8/8 angeschafft. Dieser wurde 1975 durch das Löschgruppenfahrzeug LF8 ersetzt.

Ab 1993 konnte die Mannschaft mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet werden. Ein großer Meilenstein in der jüngeren Geschichte war im Jahre 2000 der Umbau des „Öttl-Anwesens“, dem heutigen modernen Feuerwehr-Gerätehaus. Gerade mit einer enormen Eigenleistung der Kameraden konnte dieses Vorhaben verwirklicht werden.

Der aktuelle Einsatzfuhrpark besteht aus dem Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 (2004) und dem Mehrzweckfahrzeug MZF (2013). Beide Fahrzeuge wurden jeweils mit einer Fahrzeugweihe ihrer Bestimmung übergeben. Die Ausrüstung wurde im Jahr 2019 durch einen Anhänger mit Ladebordwand vervollständigt. Auch im gesellschaftlichen Leben der Dorfgemeinschaft ist die Vagener Feuerwehr nicht wegzudenken.

1970 wurde in einem größeren Rahmen das 100. Gründungsfest und im Jahr 1995 das 125jährige Vereinsbestehen gefeiert.

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Ob beim Dorffest, Fronleichnam oder dem traditionellen Vereinsjahrtag beteiligen sich die Mitglieder der Feuerwehr am gesellschaftlichen Leben. Auch wenn das 150. Gründungsjubiläum heuer nicht gebührend gefeiert werden konnte, die Vagener Kameraden sind auch in den kommenden Jahrzehnten an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden einsatzbereit, treu dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

(Text Wolf/Chronik-Auszüge/Fotos Mit freundlicher Genehmigung Archiv-Georg Meixner)

 

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