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Burschenverein: 100jähriges Gründungsfest wirft seine Schatten voraus

190514 Burschen Interview01aVagener Burschenverein „D´ Goldbachler“ begeht sein 100jähriges Gründungsjubiläum – Festliche Tage und ein buntes Veranstaltungsprogramm warten auf die Gäste

„Zweck des Vereins ist, edle Geselligkeit zu pflegen durch monatliche Versammlungen und Abhalten von Veranstaltungen“, so kann man es im Protokoll der Gründungsversammlung vom 14. Juli 1919 nachlesen.

Treu diesem Motto feiern die Vagener Burschen in Kürze das 100jährige Bestehen des Burschenvereins (BV) „D`Goldbachler“ gemeinsam mit Schirmherrin Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bürgermeister Hans Schaberl, dem Neugründungsmitglied von 1974 Anton Eholzer, den befreundeten Burschenvereinen aus Brannenburg und Schönau und natürlich der gesamten Vagener Bevölkerung.

An dieser Stelle sei ein Blick in die Chronik erlaubt, die Eintragungen seit Vereinsgründung endeten hier erstmals 1936, „die politische Lage, die Einführung der Wehrmacht und die Gründung des Heimatschutzes „Stahlhelm“ raubten den Burschen die Zeit“, so fasst es der damalige Vorsitzende Andreas Schmid in seiner Niederschrift zusammen. Im April 1938 wurde daraufhin die Auflösung beschlossen und erst im Jahre 1955 wurde der Verein wieder gegründet. Ab 1974 -Anton Eholzer war zu dieser Zeit Vorstand- findet man im Protokollbuch wieder häufigere Eintragungen, die vom regen Vereinsleben berichten. In Eholzer`s Amtszeit wurde auch die Vereinsfahne angeschafft, die am 17. Juni 1979 anlässlich des 60jährigen Gründungsfestes geweiht wurde. Als weitere Vorstände waren unter anderem Georg Meixner, Ludwig Stadler, Bernhard Kleeblatt, Rudi Seidl und Matthias Heigl tätig.

Bis heute tragen die Burschen, derzeit sind es 40 Aktive, ihren Teil zur Bereicherung des Dorflebens und dem Erhalt des Bayerischen Brauchtums bei, sei es mit Tanzveranstaltungen, der jährlichen Kompost-Aktion, dem Wegerlbau, beim Maibaumaufstellen, dem Faschingsumzug, beim Dorffest und wann immer Hilfe benötigt wird.

Im Dezember 2017 begannen bereits die Planungen für die bevorstehenden Feierlichkeiten. „Ich bin stolz auf unseren Verein. Es motiviert mich, wenn der Zusammenhalt unter den jungen und alten Burschen gefördert wird. Ich bin gerne aktiv, da es a` Gaudi ist, wenn sich was rührt“, so fasst es Sebastian Schünemann, Vorstand der Vagener Burschenschaft, zusammen.

Als derzeit jüngstes Mitglied ist Florian Riederer (16) dem Verein aus Überzeugung beigetreten. „Es ist eben eine Vagener Tradition. Auf diese Weise kommen Jung und Alt gesellig zusammen“, so Riederer. Er wünscht sich „einen guten Zusammenhalt und viele lustige Tage im Vereinsleben“. „Als große Ehre“ sieht er seine Beteiligung am 100jährigen Gründungsfest an, Riederer ist nebenbei noch Mitglied bei der FFW Vagen, im Trachtenverein und dem WSV.

Auch das älteste aktive Mitglied, Markus Huber (39) machte sich im Vorfeld seine Gedanken zu den Feierlichkeiten. „Seit 1996 bin ich aktiv dabei, um mich im Vereinsleben zu engagieren, die Kameradschaft zu pflegen und `junge` Ansichten in Vagen zu vertreten. Der BV ist für mich das Bindeglied zwischen Jung und Alt.“. Huber erinnert sich an eine Episode vom Burschenfest in Schmatzhausen (Niederbayern). Über seine damaligen Kommilitonen an der Meisterschule wurde der Kontakt hergestellt und im Rahmen einer Wette ein vollbesetztes Auto mit Vagener Burschen angemeldet. Letztendendes waren es dann aber sage und schreibe 35 Burschen mit eigener Musi, die beim dortigen Heimatabend im festlichen Gewand ins Zelt einmarschierten und tags darauf am Festsonntag der „Hingucker“ aus Oberbayern. Markus Huber wirkt danach etwas melancholisch, denn auch für ihn ist die aktive Zeit im Burschenverein gezählt. „Laut Vereinssatzung scheide ich nach der Hochzeit aus. Mein `letztes` Fest als Aktiver wird nun also die Gründungsfeier als krönender Abschluss sein“.

Die heiße Phase der Festvorbereitung wirft ihre Schatten voraus, ein großes Festzelt wird bereits am 24. Mai ab 8 Uhr von der Burschenschaft auf der Schäffler-Wiese aufgebaut.

Vorstand Sebastian Schünemann blickt positiv voraus. „Ich wünsche mir einen friedlichen Festverlauf und viele Helfer, da jede Frau und jeder Mann gebraucht wird. Gut besuchte Festtage sollen es sein und dass beste Stimmung und Freude bei den Festbesuchern einkehren. Und natürlich ein unfallfreies Auf- und Abbauen des Festzeltes“.

Bleibt zu hoffen, dass auch das Wetter mitspielt und dem großen Festumzug durch den Ort nach dem Gottesdienst am 30. Mai nichts im Wege steht. Alle weiteren Informationen gibt es unter www.burschenverein-vagen.de.

 

 

(Text Wolf/Foto Wolf/Meixner/Archiv Wünsch)

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