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Ortsbeirat: Bürgerdiskussion-Verkehrsberuhigung

181127 Bürger01a„Tempo 30 für mehr Sicherheit und Lebensqualität“ - Bürgerversammlung informierte über geplantes Gesamtkonzept der Gemeinde Feldkirchen-Westerham zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung in Vagen

Gut 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger besuchten jüngst die Diskussionsrunde zum Thema „Verkehrsberuhigung in Vagen“ im Gasthaus Schäffler, zu welcher der Vagener Ortsbeirat eingeladen hatte.

In Zusammenhang mit der Erstellung eines Gesamtkonzeptes zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung der Gesamtgemeinde Feldkirchen-Westerham, wurde das Konzept für den Ortsteil Vagen durch den Sprecher der Feldkirchener lokalen Agenda21 Theo Schneider und Uta Steger vom Vagener Ortsbeirat vorgestellt.

Plenumssprecherin Brita Ulitz führte in die Thematik ein und begrüßte eingangs die anwesende Zuhörerschaft, darunter den 1.Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen-Westerham Hans Schaberl, die Gemeinderäte, Ortsvorstände und als Gastredner Helmut Ammerl.

Bürgermeister Hans Schaberl sieht sich nicht als „Gegner des 30ger Konzeptes. Letztendlich muss es die Bevölkerung wollen, denn nicht der Gemeinderat allein bestimmt darüber“. Gleichzeitig stellte er klar, wie schwierig und langwierig es oftmals ist, verkehrsberuhigte Konzepte einzureichen und diese dann genehmigen zu lassen. „Acht bis zehn elektronische Zeigefinger seien im Gemeindehaushalt für das kommende Jahr eingeplant, die mit jeweils 2500 Euro zu Buche schlagen“, so Bürgermeister Schaberl.

Helmut Ammerl, der seit über 40 Jahren in Westerham wohnt und viele Jahre als Städteplaner bei der Stadt München tätig war, übernahm das Wort. Mit dem „Verkehrsberuhigten Bereichen“, „Tempo 30 Zonen“ und einem „Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“, stellte er die drei Säulen der Verkehrsberuhigung vor und ging auf die geschichtliche Entwicklung ein, welche ihren Ursprung in den Niederlanden hatte. „Seit 1985 gab es bereits erste Versuche an denen sich deutsche Großstädte, darunter auch die bayrische Landeshauptstadt, beteiligten, um verkehrsberuhigte Zonen in verschiedenen Einzugsgebieten auszuprobieren“, so Ammerl.

Uta Steger und Theo Schneider präsentierten im Anschluss die Konzeptidee für Vagen. Anhand von Straßenkarten wurden markante Knotenpunkte aufgezeigt und die Ziele der Verkehrsberuhigung, dem daraus resultierenden Lärmaktionsplan und dem Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des motorisierten Verkehrs und den Anwohnern, Fußgängern und Radfahrern dargelegt. „Wie steht die örtliche Bevölkerung zur Tempo30 Beschränkung?“, lautete Schneider`s Frage an die Versammlung gerichtet und eröffnete damit die Diskussionsrunde. Alle Wortmeldungen sammelten Uta Steger und Theo Schneider als Pro und Contra-Argumente.

„Die Neuburgstraße muss Tempo 30 werden, da es keine Gehwege gibt, aber enge und schmale Kurven, der Kindergarten angrenzt und des nachts in Richtung Irschenberg lautstark gerast wird“, so die beiden Anwohner Wolfgang Radtke und Günther Bauer. Rudolf Haimerl, eng mit der Vagener Dorferneuerung verbunden, verwies auf die „vielen Wegerl im Dorf für die Sicherheit der Schulkinder. Auch die Baumpflanzungen und die Absenkung der Straßenränder durch Bepflasterung, alles im Rahmen der damaligen Dorferneuerung, sowie die `Rechts vor Links- Regel` in der gesamten Ortschaft nehmen doch schon Geschwindigkeit heraus“. „Ein elektronischer Zeigefinger“, welchen er sich schon seit Jahren am Kindergarten wünscht, „täte ebenso die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen“, so Haimerl.

Karoline Peidli, vom Referat II der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, informierte über die durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen der kommunalen Verkehrsüberwachung.

Sissi Spielmann richtete ihre Anfrage „Wäre ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich in Vagen machbar?“ direkt in die Runde und Helmut Ammerl „könnte sich die Umsetzung durchaus vorstellen, da es aber auch eine Kreisstraße betrifft, fällt hier in letzter Instanz das Landratsamt Rosenheim die Entscheidung“. Franz Köll, Ortsbeiratsmitglied und Musikkapellenvorstand, „sieht nicht zwangsläufig das Tempo30 für den gesamten Ort“ und auch andere Stimmen aus der Versammlung pflichteten ihm hierzu bei. „Die Kinder müssen erzogen werden, die vorhandenen Wegerl zu nutzen, um sicher zur Schule zu kommen“, so Köll. Dass gerade die Einheimischen selbst meist zu schnell unterwegs sind, wurde in der Versammlung allgemein festgestellt. „Gerade am Nachmittag in der Hauptstraße oder wenn die Kinder im Dunkeln zur Schule gehen müssen“, sieht Johann Kellerer senior die Brisanz für die Umsetzung des Gesamtkonzept 30 im Ort.

Claudia Schmid verwies darauf, dass „leider die Wegerl gerade an markanten Stellen enden und schlecht beleuchtet sind“. Michael Zistl, vierter Bürgermeister der Gesamtgemeinde befürchtet, dass „gerade durch die 30ger Zone die `Rechts vor Links-Regelung` in Vergessenheit geraten könnte“. „Was ist so schwierig an einer Zone 30 im Ort, wenn es dafür mehr Sicherheit und Lebensqualität gibt?“, so Konrad Steger. Dass „das Gesamtkonzept passt und umgesetzt werden soll“, dafür plädierte auch Sepp Schmid während der Versammlung.

Andy Ramthun, Mitglied der FFW Vagen und Berufskraftfahrer, „verstehe die ganze Diskussion nicht, denn 50 km/h kann man im Ort eh kaum fahren“. Er sehe aber einen echten Problempunkt an der Durchgangsstraße am Friedhof, „denn da wird oft schon weit vor dem Ortsausgang beschleunigt“. Seinem Fazit „punktuelle 30ger Zonen, aber nicht im gesamten Ort“ stimmten wiederum einige Zuhörer bei. Jorun Cramer und Tina Hirsch-Krol, beide Anwohnerinnen der Vagener Au, wünschten sich die Zone 30 für den gesamten Ort, denn „in der Vagener Au ist ja bereits Zone 30 und dadurch auch die Lebensqualität und Sicherheit gestärkt“, so ihre einhellige Meinung.

Andy Haimerl sieht in Tempo 30 „nicht das Allheilmittel“, wünschte sich aber einen elektronischen Zeigefinger am Vagener Sportplatz. Für Anwohner Peter Wiesboeck ist die „Aufpflasterung als Geschwindigkeitsreduzierung Gold wert, da die Autofahrer sonst definitiv zu schnell wären“ und stimmte persönlich für Tempo 30 im Dorf.

Brita Ulitz bat abschließend um eine offene Handabstimmung und es zeigte sich, dass nur etwas mehr als die Hälfte der an diesem Abend Anwesenden für eine Zone 30 im Ort plädierten.

Fazit des Abends bleibt, „ein einheitliches Tempo30 im Dorf wäre die klare Lösung, die Vorfahrtsregelung mit `Rechts vor Links` reicht heutzutage alleine nicht mehr aus“.

Abzuwarten gilt nun, ob sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Unterschriften für die 30ger Zone stark machen. Diese Listen liegen derzeit in den Vagener Geschäften und Banken aus und werden danach zeitnah durch den Ortsbeirat anonym an den Gemeinderat weitergereicht.

 

 

(Text/Foto Wolf)

 

 

 

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Kommentare (3)

  • Gast - Caro Günzl

    Seit vielen Jahren bin ich als Schülerlotsin tätig oder mit meinen 3 Kindern auf Vagen`s Straßen unterwegs. Dabei habe ich viele haarsträubende Verkehrssituationen erlebt. Nicht nur Kinder haben große Probleme, auch für alte und gehbehinderte Menschen ist es gerade zu bestimmten Zeiten eine äußerst gefährliche Angelegenheit. Als Autofahrer spare ich nicht mal eine Minute, wenn ich 20 km/h langsamer durch Vagen fahre. Der Brems- und Reaktionsweg verkürzt sich allerdings deutlich. Auch reduziert sich die Lärmbelastung für die Anwohner. Viele Argumente lassen sich für die Zone 30 finden. In einer Gemeinschaft, gerade wie sie in Vagen zu finden ist, sollte es ein Selbstverständliches sein, die schwächsten Glieder unserer Gemeinschaft zu schützen, also Kinder und alte Menschen. Und wir alle sollten uns mit den Schwächsten solidarisch zeigen. Wenn wir also das Gemeinwohl vor die Befindlichkeiten Einzelner stellen, wie es eigenlich im Grundgesetz verankert ist, dann ist eine Reglementierung notwendig und erforderlich. Daraus ergibt sich die logische Konsequenz Temop 30 für das ganze Dorf einzuführen, um für die Sicherheit der Schwächsten zu sorgen.

  • Gast - Uta Steger-de Gruyter

    Als Befürworterin des Konzeptes möchte ich nochmal deutlich machen warum:
    Die dörfliche Struktur in Vagen ist insbesondere ablesbar an seinen Dorfstraßen – schmale Straßen eben ohne Gehsteige u. Bordsteinkanten. D.h. Fußgänger, Radfahrer u. Autos teilen sich die Straße und das ist gut so. „Tempo 50“ und „Rechts vor Links Regelung“ wie in Vagen vorhanden, ist deshalb eher nachteilig und an manchen Stellen sogar eine Gefahr. Und „Zone30“ bedeutet automatisch auch „Rechts vor Links“ und setzt diese Regelung in Vagen auf eine saubere rechtliche Grundlage. Das jetzige Schild hingegen ist leicht zu übersehen. Auch Die Kosten für die „Zone30“ sind mit 500,- € pro Schild an Ortseinfahrten eine sehr kostengünstige Lösung.
    Und last but not least: Das Konzept stärkt die Planungshoheit der Gemeinden gegenüber den Fachbehörden wie dem Landkreis. In Vagen betrifft dies die für Fußgänger gefährliche Kreisstraße RO13 (Haupt-/Friedhofstraße). Viele Vagener befürworten deshalb besonders für diese Kreisstraße eine (gerne vorfahrtsberechtigte) Verkehrsberuhigung hier. Auch ein Zebrastreifen im Geschäftsbereich käme dann dazu. Das bringt deutlich mehr Sicherheit für Fußgänger, vor allem für die Kinder auf dem Weg zur Schule und Menschen mit Behinderung.
    Gerade Kinder werden gerne übersehen, wenn ein Auto hält, um das Kind über die Straße zu lassen und dabei von einem nachkommenden Auto überholt wird. Ich selbst weiß von 4 solchen Vorfällen. Ich sehe nur Vorteile, denn es geht doch um mehr Sicherheit, weniger Verkehrslärm und mehr Lebensqualität in unserem schönen Dorf Vagen.

    Uta Steger-de Gruyter

  • Gast - Michael Günzl

    Der Beitrag ist in meinen Augen nicht wirklich neutral formuliert. Gerade das Abstimmungsergebnis ist hier verfälscht dargestellt.
    "Brita Ulitz bat abschließend um eine offene Handabstimmung und es zeigte sich, dass nur etwas mehr als die Hälfte der an diesem Abend Anwesenden für eine Zone 30 im Ort plädierten."
    Die Abstimmung ist mit 27 zu 10 Stimmen mehr als eindeutig für die Zone-30 ausgegangen!

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