Musikkapelle Vagen


Rochade bei der Vagener Musi
Taktstock wechselt bei Jahresversammlung die Hände
Nach mehr als drei Jahrzehnten am Dirigentenpult der Musikkapelle Vagen gibt Jürgen Schubert den Taktstock weiter – zumindest ein Stück weit. Künftig übernimmt Sebastian Weber den Posten des Chefs, während Schubert in die zweite Reihe rückt. Letzterer war 31 Jahre als Dirigent stets präsent und prägte die musikalische Entwicklung der Kapelle maßgeblich. Besonders am Herzen lag ihm über viele Jahre hinweg auch die Leitung der Jugendmusikkapelle, die im vergangenen Jahr aufgelöst und erfolgreich in die Erwachsenenbesetzung integriert wurde, was aber nicht das Ende der Nachwuchsarbeit bedeutet. Jugenddirigentin Magdalena Eham arbeitet bereits am Wiederaufbau einer spielfähigen Besetzung.
Mit dieser Rotation verliert das Orchester zwar einen äußerst erfahrenen und geschätzten künstlerischen Leiter, gewinnt dafür jedoch einen erstklassigen Klarinettisten zurück. Von Ruhestand kann bei ihm nämlich keine Rede sein. Ganz zur Freude seiner Registerkolleginnen und -kollegen wird Schubert künftig wieder häufiger mitten im Orchester statt davor zu finden sein.
Die Bekanntgabe erfolgte sichtlich emotional. Schweren Herzens, aber guten Gewissens übergab Schubert die musikalische Leitung an Sebastian Weber. In einer bewegenden Ansprache bedankte er sich beim gesamten Ensemble für das langjährige Vertrauen und die zahlreichen schönen Momente. Besonderer Dank galt seiner Frau Rosi, die im Laufe seiner Tätigkeiten aufgrund unzähliger Proben, Auftritte und Termine oft auf ihn verzichten musste. Mit einem Augenzwinkern stellte er allerdings sogleich klar, dass sich zukünftig daran wohl nicht sehr viel ändern wird. Die Vagener Musi blickt nun gespannt und voller Zuversicht auf die neue Ära mit Sebastian Weber als Kapellmeister.
Im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung stimmten die Vereinsmitglieder im Rahmen der turnusgemäßen Neuwahlen über weitere 13 Posten in Vorstandschaft, Beisitz und besonderen Funktionen ab – große Veränderungen blieben dabei aus. Alle Trägerinnen und Träger von Funktionärsposten der vergangenen Periode stellten sich erneut ihren bisherigen Aufgaben. Die Wahlberechtigten zollten ihnen durch jeweils einstimmiges Votum Respekt und Anerkennung.
Zuvor hatte Philipp Pousset in seinem Amt als Schriftführer ausführlich von intensiven Ausschusssitzungen und etlichen Projekten des Musikvereins berichtet. Andreas Haimerl informierte in Vertretung seiner Tochter Magdalena, die die Zuständigkeit als Jugendvertreterin übernommen hatte, über viele Highlights, unter anderem den "Tag der offenen Töne", an dem die Mitglieder der Jugendkapelle dem potentiellen Nachwuchs die ganze Palette der Orchesterinstrumente nicht nur live vorführten, sondern auch aktiv erproben ließen. Jürgen Schubert wollte im Bericht als musikalischer Leiter nur wenig Tadel, aber viel Lob erteilen. Ursula Zistl und Markus Steiner - in Vertretung von Regina Dürr - inspizierten die Kassen des Vereins bereits eine Woche vor der Versammlung mit großer Sorgfalt bis ins kleinste Detail. Als Ergebnis konnten die Prüfer den Kassieren von Förderkreis, Schloss-Serenade und Musikkapelle Vagen e.V. eine tadellose Arbeit bescheinigen. Siamak Golshani, Andreas Haimerl, Andreas Rumpel und Angelika Binder konnten somit dem gesamten Gremium zur Entlastung empfohlen werden - ebenso wie schließlich die gesamte Vorstandschaft.
In seinem Bericht fasste Vorstand Franz Köll jun. die Aktionen des abgelaufenen Jahres noch einmal zusammen. So konnte er auf etliche schöne Ereignisse zurückblicken und einen erfreulich starken Zusammenhalt der Kapelle konstatieren. Er dankte allen Mitgliedern, besonders aber dem gesamten Präsidium und damit natürlich auch Leo Mayer und Sophia Jakob als ebenso rührige Stellvertreter des ersten Vorstands und des Schriftführers, sowie den Ton- und Lichttechnikern Thomas Weber und Stefan Riederer für ihr starkes Engagement.
Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. So gab Tubist und zweiter Trachtenvorstand Georg Zistl einen kurzen Ausblick auf das im Sommer anstehende "Gaufest Dahoam". Die Anzahl der bisher gemeldeten Musikgruppen für das eine Woche darauf stattfindende Straßenmusikfest ist noch ausbaufähig. So rief Angelika Weber alle Anwesenden dazu auf, für dieses sympathische Musik-Spektakel zu werben. Und nach offiziellem Abschluss der Veranstaltung konnte der Vorsitzende des Förderkreises mit den Gästen bei Brotzeit und Umtrunk noch auf sein neuerdings 111. Mitglied, den Tenorhornisten Andreas Beck, anstoßen.
Text und Fotos: Markus Steiner
