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Heimatgefühl durch Ehrenamt fördern

von Silvia Mischi
Feldkirchen-WesterhamSie stehen für Bürgerbeteiligung und sind ein Identifikationsfaktor: die Ortsräte der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Fünf gibt es in der Kommune - in Feldolling, Feldkirchen, Höhenrain, Vagen und Westerham. 2012 haben sie ein gemeinsames Zehn-Punkte-Programm mit ihren Zielen erarbeitet. Unter diesem Deckmantel agieren die ehrenamtlich Aktiven seither. In unserer Serie "Mehr Bürgerbeteiligung durch Ortsräte" stellen wir die einzelnen Gemeinschaften und ihre Projekte in den kommenden Wochen vor.

Fünf Ortsräte für die fünf Ortsteile hat Feldkirchen-Westerham. Ihre Ziele: Mehr Bürgerbeteiligung zum Wohl der Heimat und ihrer Menschen.


Feldkirchen-WesterhamFeldkirchen-Westerham - Mit der Gebietsreform 1978 haben die einzelnen Ortsteile ihre Eigenständigkeit verloren und wurden unter der Gemeinde Feldkirchen-Westerham zusammengefasst. In den Augen vieler Bürger ist damit auch ein Teil der "Fürsorge" für ihren Ortsteil verloren gegangen.
Aus einem gewissen Ohnmachtsempfinden und einem gefühlten Demokratieverlust mit der Meinung "die kommunalen Gremien machen ja eh, was sie wollen", hat sich oftmals eine politische Gleichgültigkeit beziehungsweise der Rückzug ins Privat- und/oder Vereinsleben breit gemacht.
Beispielsweise durch Dorferneuerungsprojekte kam in der Bevölkerung wieder ein Gemeinschaftsgefühl auf. "Das aktive Mitgestalten und eine stärkere Identifikation mit dem eigenen Ort lebte wieder auf", erinnern sich die Ortsräte-Sprecher Michael Hofstetter und Dr. Burghardt Schallenberger. Und um die vermeintliche "Lücke" zwischen Ortsbevölkerung und Gemeindeverwaltung zu schließen, formierten sich im Laufe der Jahre verschiedene Ortsräte.

 

Das Gefühl einer neuen Dorfgemeinschaft entstand dadurch. Bürger wollen darin an der Gestaltung ihres Lebensraumes vor Ort verstärkt mitwirken. "Bürgernähe und bürgerschaftliche Mitwirkung sind dabei einige unserer Schlagworte", so Dr. Schallenberger. Eine neu gewonnene Lebendigkeit und Einsatzbereitschaft für den eigenen Ortsteil sei spürbar. Dabei wollen die Ortsräte sich als Bindeglied zwischen der Ortschaft und der Gemeinde beziehungsweise Gemeindeverwaltung sehen.

Ein neuer Weg, der vorsichtig beschritten sein will. In einem Workshop im April 2012 mit Gemeinderäten, Ortsrat-Vertretern und Mitarbeitern des Amts für ländliche Entwicklung gab es eine erste Analyse: Wo drückt der Schuh in den Ortsteilen? Welche Kommunikationsstrukturen sind denkbar? Wie kann eine Zusammenarbeit aussehen? Dabei wollen die Ortsräte die Stimmung im Dorf weitergeben und die Gemeindeverwaltung von ihren Ortskenntnissen bei verschiedenen Projekten profitieren lassen.

Umgekehrt wiederum könne man Ansprechpartner und Vermittler sein. Die Ortsräte engagieren sich jedoch nicht für Themen von hauptsächlich privatem Interesse. Ihr Verständnis basiert auf einer Art Präambel, die sich die Ortsräte aller Gemeindeteile in Feldkirchen-Westerham gegeben haben. So lautet ihr Grundverständnis: Der Ortsrat vertritt die Interessen des jeweiligen Gemeindeteils, die Ortsräte sind überparteilich und parteipolitisch neutral. Regelmäßige Treffen der Ortsräte untereinander seien ebenfalls zum Austausch unerlässlich.

Ein Meilenstein für die Aktiven und gleichzeitig ein anvisiertes Ziel ist die Anerkennung der Ortsräte im Sinne eines Trägers öffentlicher Belange. Damit einhergehend wäre Punkt 5 des Zehn-Punkte-Programms: Die Gemeinde bindet den jeweiligen Ortsrat rechtzeitig in gemeindeteilspezifische Themen ein. "In der Gemeinde Weyarn ist man hier schon einen Schritt weiter. Dort sind in der Gemeindeordnung unter der Bürgerbeteiligungssatzung die Ortsräte bereits aufgenommen", so Hofstetter und Schallenberger.

Deshalb ist den Ortsräten die Anerkennung durch die Kommune wichtig. Denn eines haben alle Aktiven in den Ortsräten sowie Gemeinderäte und Rathausverwaltung gemeinsam: Sie wollen die Gemeinde weiterentwickeln und die Verbundenheit zum Dorf stärken.
Dass sich dabei nicht willkürlich einzelne Personen aufschwingen und ihren Ort vertreten, dafür sorgt ein transparentes Wahlverfahren durch die Bürger des Gemeindeteils, mit welchem dieser den mehrköpfigen Ortsrat legitimiert.

Dieses Gremium wiederum benennt dann einen Ansprechpartner für die Gemeinde und im Gegenzug benennt die Gemeinde einen Ansprechpartner für die Ortsräte. Letzteres bis dato noch eine Vision. Ebenso der Wunsch nach Rederecht, wenn der Gemeinderat beziehungsweise die Gemeindeverwaltung einen Ortsrat um Stellungnahme bittet.

(Foto Merk, © OVB)

 

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