Obst und Gartenbauverein

Vagen - Mittenkirchen e.V.

OGV: Gartlerglück zwischen Obstbäumen und Sommerblumen

 

170722 OGV Ausflug 6 OGV-Tagesausflug ins Obstzentrum Hallbergmoos und Sichtungsgarten Weihenstephan.

Rundum gut gelungen war der diesjährige Tagesausflug des OGV. Und gleich zu Anfang: Wer nicht dabei war, hat was versäumt!
Als erstes führte uns der Weg ins bayrische Obstzentrum nach Hallbergmoos, wo uns der Chef Herr Dr. Neumüller in Empfang nahm und uns in einem begeisternden Vortrag seinen Betrieb vorstellte. Wie wir erfuhren, handelt es sich hierbei nicht um ein staatliches Unternehmen -wie der Name vielleicht vermuten lässt –, sondern um einen privater Betrieb. Dort wird bereits in 2.Generation Obstbaumzucht betrieben. Dr. Neumüller hat das Unternehmen von seinem Vater übernommen und pflegte schon als 12-Jähirger seine ersten Obstbäume.

Zusammen mit viel gesundem Menschenverstand fließen dort jahrelange eigene Erfahrungen in die Züchtungsarbeit ein. Vieles hat der Chef selbst ausprobiert, Gutes wird beibehalten, unbefriedigende Ergebnisse werden nach kritischer Beobachtung aussortiert. Dieses Prinzip kommt nicht nur bei der Neuzüchtung von Obst, sondern auch bei Pflegemaßnahmen und betrieblichen Abläufen zur Anwendung. So verzichtet man inzwischen komplett auf Obstarten wie Aprikosen und Heidelbeeren, die mit unseren klimatischen Bedingungen und Böden nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Pflegeaufwand zurechtkommen.

Als Ersatzpflanzen werden stattdessen die Sommerzwetschge „Baya Aurelia“ (statt Aprikosen) und die Aroma-Felsenbirne anstelle von Heidelbeeren angeboten. Ein mutiger Schritt! Grundsätzlich liegt der züchterische Schwerpunkt im Obstzentrum derzeit auf guten Geschmackseigenschaften (denn nur was schmeckt, wird gern gegessen) und hoher Robustheit, um die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen zu gering wie möglich zu halten. Wer die jahrelange mühevolle Arbeit einer konservativen Züchtung kennt (Im Obstzentrum wird konsequent auf Gentechnik verzichtet und biologisch gearbeitet), kann verstehen, dass man mit einem gewissen Stolz die hauseigenen Neuzüchtungen präsentiert.

Am bekanntesten ist die rotfleischige Apfelsorte „Baya Marisa“, vielversprechend sind auch die Apfelsorten „Baya Franconia“, „Freiherr von Hallberg“ und „Gräfin Goldach“ (für Allergiker geeignet!). Einiges davon konnte bereits im betriebseigenen Hofladen probiert werden. Der Vortrag von Herrn Dr. Neumüller begeisterte die Zuhörer derart, dass an Jorun Cramer, 2. OGV-Vorstand, spontan die Bitte herangetragen wurde, Herrn Dr. Neumüller für einen der nächsten OGV-Vorträge zu engagieren, worum sich J. Cramer umgehend kümmerte.

Gestärkt nach dem Mittagessen im Bräustüberl Weihenstephan, ging es am Nachmittag weiter in die Sichtungsgärten Weihenstephan. Dort bieten die sommerblühenden Stauden derzeit ein atemberaubendes Bild. Von 2 netten, kompetenten Führern wurden uns die genialen Gartenanlagen von „Staudenpapst“ Richard Hansen nähergebracht. Ab 1947 wurden in diesen Sichtungsgärten ausschließlich Pflanzen angebaut, um auf ihre Eigenschaften und Tauglichkeit geprüft zu werden.

Heute kann man Beet-Bepflanzungen für viele verschiedene Gartensituationen besichtigen. Der Interessierte findet hier unter anderem Anregungen für Sonnenbeete, Schattenbeete, waldige Situationen, mediterrane Pflanzungen und ein artenreiches Alpinum. Sehr beeindruckend waren die mono-chromatischen (einfarbigen) Beete in Rot und Gelb.

War es in den Vormittagsstunden noch angenehm kühl, kletterten die Temperaturen am Nachmittag auf hochsommerliche Werte. Immer mehr Ausflügler entledigten sich ihres Schuhwerkes und liefen auf den Graswegen zwischen den Beeten barfuß. So war den Nachmitttag nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch eine Wonne für die heißen Füße. Die 1,5 stündige Führung war viel zu schnell um und man hätte gerne noch länger in den herrlichen Blumengärten geschwelgt. Aber die Hitze forderte ihren Tribut, so dass der abschließende Besuch in der Cafe-Orangerie praktisch eine Notwendigkeit war.

Pünktlich um 17.oo Uhr schaukelte und der nette Hollinger-Busfahrer wieder nach Hause. Um den Stau auf der Autobahn zu umgehen, ging es über das Erdinger Hinterland. Wir bekamen sozusagen zum Abschluss noch eine hübsche Sigthseeing-Tour.

Ein herzliches Dankeschön geht an 2.Vortstand, Jorun Cramer, der es -neben ihren vielfältigen Aufgaben im Verein- immer wieder gelingt, hochqualifizierte Ausflüge wie diesen zu organisieren! Wir sind schon gespannt auf den nächsten Ausflug!

P.S. Ein weiterer Hinweis: Auf Wunsch einiger Teilnehmer erscheint in Kürze in den OGV-Gartentipps eine Zusammenfassung des Vortrages von Dr. Michael Neumüller, Obstzentrum Hallbergmoos.

(Text/Foto: Gabi Damm)

 

 

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